{"id":247,"date":"2009-09-16T13:26:35","date_gmt":"2009-09-16T11:26:35","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.khm.de\/sag\/?p=247"},"modified":"2009-09-16T13:26:35","modified_gmt":"2009-09-16T11:26:35","slug":"extended-text-seelenraub-by-evamaria-schnaller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sag.khm.de\/?p=247","title":{"rendered":"extended text : seelenraub by Evamaria Schnaller"},"content":{"rendered":"<p>Evamaria Schnaller<br \/>\n<strong>seelenraub<\/strong><\/p>\n<p>Der Seelenraub. \u00a0\u00a0\u00a0 Jedes Foto raubt dem fotografierten Objekt ein St\u00fcck Seele.<br \/>\nDas Polaroid. \u00a0\u00a0\u00a0 Durch die Einstellung der Produktion wird der Fotografie ein St\u00fcck Geschichte geraubt.<br \/>\nVogelsang. \u00a0\u00a0\u00a0 Ein Unort<br \/>\nDie Videodokumentation. \u00a0\u00a0\u00a0 Details des Ortes werden fotografiert.<br \/>\nDurch das Zur\u00fccklassen des Polaroids an der Stelle wird der Versuch unternommen dem Ort Seele einzuhauchen.<br \/>\nDie Garderobe.\u00a0\u00a0\u00a0 Das Video wird in der Garderobe des Kinos pr\u00e4sentiert.<br \/>\nHier werden die Hosen fallen gelassen.<\/p>\n<p>gedanken zur ausf\u00fchrung<\/p>\n<p>Kein gefl\u00fcgeltes Wort f\u00fcr Freiheit. Vogelsang. Wo bleibt die Freiheit, die jenes Wort Vogel-sang animalisch impliziert? Der Vogel sang. Singen als Ausdruck.<br \/>\nDie Ges\u00e4nge der Vergangenheit wie Sirenenkl\u00e4nge die fesseln und peitschen. Die Neuinterpretationen am Ort scheinen den Disharmonien Futter zuzuf\u00fchren. Ein Kr\u00e4chzen flirrt durch die Morschen Balken des br\u00fcchigen Vergangenheitskonstrukts. Mauern werden saniert, um Menschen neue Orte der Raumnutzung zu erschaffen.<br \/>\nUnter welchen archaischen Figuren wird nun geschwommen? Unter welchen Mauern gefr\u00fchst\u00fcckt? Auf welchen Aussichtsplattformen die landschaftliche Kulisse genossen?<\/p>\n<p>Der Ort l\u00e4sst mich schaudern. Wie kann sie aufgebrochen werden, jene Vergangenheit, die immer noch wie ein giftiger Widerhaken im Fleisch des Volkes sitzt? Das Volk das kein Volk sein mehr m\u00f6chte, sondern nach 60 Jahren auch in eine Normalit\u00e4t zur\u00fcckgef\u00fchrt werden muss. Die Vergangenheit soll jedoch Teil bleiben, um auch f\u00fcr zuk\u00fcnftige Generationen verstehbar zu sein.<\/p>\n<p>Wagnis eingehen. Die kleine Gefahr lauert. Keine Erlaubnis erfragen, keine Kontrollen aufb\u00fcrden. Nur der Ort in den man eintritt und die M\u00f6glichkeit, dass gesehen wird, wie man hier agiert. Wie man interveniert. Wie nackt f\u00fchlt man sich in dieser Kulisse. Der Kleidung und des Verstandes beraubt. Doch nur nackt kann man sich diesem Ort stellen, der selbst bar jeglicher Kleidung h\u00fcllenlos und kahl dasteht und in seiner Monumentalit\u00e4t die Landschaft unterjocht. Die rosa Farbe abgekratzt, die ausgebleichten Sch\u00e4del schimmern durch das Mauerwerk, obwohl immer wieder versucht wird durch gelbe Farbe jene zu verdecken.<\/p>\n<p>Das eigentliche Werk ist nicht das Video, sind nicht die Polaroids. Das tats\u00e4chliche Werk ist die Auseinandersetzung im Moment des filmischen Eindringens in einen Ort in Relation zum eigenen K\u00f6rper. Die Erinnerung an Aufregung, das Wandern durch das Gel\u00e4nde, das Riechen der Stationen. Und die Bewusstwerdung des eigenen K\u00f6rpers der nicht filmisch, nicht fotografisch sondern nur real erf\u00fchlt werden kann. Der Verstand erz\u00e4hlt von Dingen die theoretisch angeeignet sind. Die Wahrnehmung im Moment l\u00e4sst die Gedanken ausbleichen und das k\u00f6rperliche Gef\u00fchl in den Fordergrund treten im Bewusstsein an einem aufgeladenen Ort zu stehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Evamaria Schnaller seelenraub Der Seelenraub. \u00a0\u00a0\u00a0 Jedes Foto raubt dem fotografierten Objekt ein St\u00fcck Seele. Das Polaroid. \u00a0\u00a0\u00a0 Durch die Einstellung der Produktion wird der Fotografie ein St\u00fcck Geschichte geraubt. Vogelsang. \u00a0\u00a0\u00a0 Ein Unort Die Videodokumentation. \u00a0\u00a0\u00a0 Details des Ortes werden fotografiert. 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